Otto Dix
Starost
Danse Macabre
Die russische Gothszene kenne ich seit den frühen 90igern. Ich war immer begeistert von der Eigenwilligkeit von z.B. der St. Petersburger und Moskauer Szene. Dort gab es eine kreative pulsierende Szene, die es so nicht einmal in Deutschland gab und gibt. Bands die unter unvorstellbaren Bedingungen auftraten und probten und dabei unverwechselbar klingen. Otto Dix ist eine Band die sich nach dem Maler Otto Dix benannt hat. Danse Macabre bringen mit Starost eine Zusammenstellung aus den letzten drei Alben von Otto Dix. Hier finde ich genau das wieder, was ich schon damals in Moskau und St. Petersburg fand. Die Musik ist klassisch geprägt und dabei dennoch sehr elektronisch. Dix bedienen keine Klischees und haben in keinem Stück auf abgedroschene Gothic oder Electroversatzstücke zurückgegriffen. Klassik und Neofolk plus Elektro - das ist die Atmosphäre von der diese Musik lebt. Es passt einfach alles. Musik und Gesang sind wie ein sich liebendes Paar. Ein Paar das sich ergänzt und zu einem Ganzen wird. Diese Musik klingt edel und anmutig. Die Gesangstimme ist stimmlich einem Countertenor wie Klaus Nomi ähnlich. Dark Wave trifft auf Tenor? Dieses Gewand passt zwar wie angegossen, aber diese Bezeichnung hört sich aufgesetzt an. Sie passt schon deshalb nicht, weil sie die russ. Tradition, in der solche Musik gemacht wird, ausser Acht läßt. Russland ist weit mehr als Balalaika, Kalinka und Don Kosaken Chor. Otto Dix stehen für den Weg aus der Tradition in die Moderne. Auch solch ein Spruch hört sich aufgesetzt an. Aber es stimmt einfach. Schwächen hat diese Cd kaum. Zwar ist dies nicht unbedingt Musik für den EBM Tempel, aber dem Klassik und Gothicfreund wird diese ruhige geradezu erhabene Musik sehr gefallen. Musik die so nur innnerhalb einer zerrissenen Gesellschaft wie der heutigen russischen entstehen kann. Schwermütig aber nicht verzweifelt - zart und sanftmütig, aber dabei sehr stark und kraftvoll. So gegensätzlich wie Russland? Vielleicht, aber vor allem sehr gegensätzlich zu dem Wohlstandsgothicmüll, der uns von verkappten Schlagersängern im Dandy oder Vampirkostüm vorgetragen wird. Also ein Gegensatz zu dem Dreck, der heute die deutschsprachige Gothicszene zu dominieren scheint. 
10 P 


Zero Hour
Dark Deceiver
Laser´s Edge Records
Album Nr. 5 der Herren Tipton,Tipton, Guy und Salinas. Man orientiert sich vorwiegend an den Künsten der Herren Gitarristen. So entsteht ein Album das sehr filigran und musikalisch hochwertig daher kommt. Andererseits ist so ein Werk nicht unbedingt sooooo leicht konsumierbar. Soll es auch nicht sein. Zero Hour zelebrieren Progrock und modernen Metal. Die Musiker sind Ausnahmekünstler, nicht nur die Gitarrenfraktion - sondern die komplette Band. Was der Basssit da im Stück Tendonitis zelebriert ist schon weit mehr, als das was man heute gewohnt ist. Da liegt aber wie gesagt auch das Problem der Band. Nie wird man solche Musik im Radio hören und dem durchschnittlichen Headbanger wird sich diese Musik auch eher schwerlich erschließen. Sei es drum. Ich bin fasziniert von dem was Zero Hour zu leisten vermögen. Großartige Musik von großartigen Musikern. Erinnert mich in mancher Hinsicht an die 70iger / 80iger wenn man die harte Musik von damals heute neu intonieren wollte.
9 Punkte 


Eisblume
Unter dem Eis
B1 / Universal
Diese Band ist mit Vorschusslorbeeren geradezu beworfen und überschüttet worden. Leider liegen mir hier nur 4 Stücke vor. Oder soll ich sagen glücklicherweise? Stück Nr. 1 nennt sich "Unter dem Eis" und da wäre die Platte besser auch liegen geblieben. Ich frage mich die ganze Zeit, ob es wohl so klingen würde, wenn Billy Boy von Tokio Hotel für Lafee eine Single schriebe. Wenn diese Single dann aber von Andrea Berg gesungen würde. Wohl nicht, denn allen drei wäre diese Nummer wohl zu platt und zu kitschig. Als Stück Nr. 2 kommt dann der selbe Titel, diesmal auf Gothic getrimmt. Ich kann auch diese Version nur schwerlich ertragen. Ganz besonders diesen fürchterlich peinlichen Text. Pompös bombastisch kommt dann "Zeit zu gehen" daher. Genau das hätte ich tun sollen, bevor das Stück erklingt: eben gehen. Auch hier tropft es kitschig und schwülstig aus den Boxen. Ein Liebeslied für kleine verlassene Mädchen. Keine erwachsene Frau würde sich das freiwillig anhören wollen und ein Mann sowieso nicht. Dass solche Sachen an Gruftimädchen verkauft werden sollen (und evtl. werden) - das ist ein Tiefpunkt. Ich höre hier nur schwülstigen kitsch: Musical goes Metall goes Gothic goes kleine Mädchen. Da macht auch der letzte Titel namens Louise keinen Unterschied. Ganz im Gegenteil, ein Text den kein Howard Carpendale freiwillig singen würde. Florian Silbereisen findet die Platte sicher toll.
0 Punkte


Unleashed
Hammer Battalion
Steamhammer / SPV
Böse schwedische Jungs machen böse Musik. Unleashed geben vor sich auf diesem Album mit dem Sinn und Unsinn von Religion auseinanderzusetzen. Der Kampf für die Selbstbestimmtheit als Weltanschauung. Na schön, mich interessiert das Geschwafel religiöser Führer eh nicht. Ob sie nun mit Kreuzen umherlaufen oder sich ein Handtuch um den Kopf wickeln und ihre Frauen unter Bettlaken verstecken. Ich bin auch ehrlich gesagt nicht an den philosophischen Ergüssen schwedischer Wikingerfreunde interessiert. Sollen sie doch Bücher schreiben, die würde ich auch nicht lesen. Also zu Sache: zur Musik. Da lassen die Nordmänner es ordentlich krachen.Sie packen den Hammer aus und vergessen dabei nicht das es nicht nur um Geholze und Krach geht. Unleashed beweisen zum x-ten male das diese Musik eben weit mehr ist. Das es durchaus Bands gibt die Melodie und Härte vereinen können - ohne dumpf zu wirken. Der ultimative Death Metal - so wie er klingen soll und klingen muss. Kompromisslose Härte eben. Diese ganze Wikingerkiste sei Ihnen verziehen, wenn sie es nicht wirklich ernst meinen. Das wäre ja genauso peinlich wie das Getue der Kreuzritter und Bettlakenfanatiker. Wobei die beiden letztgenannten leider auch nicht so klingen... Großartige Gitarrenarbeit - sehr treibende Beats und ein Shouter der seinem Job alle Ehre macht. Da darf man auch blödsinniges Zeugs philosophieren, gehört ja irgendwie auch dazu. Solange man das nicht zur Religion macht. Wobei man diese Musik durchaus gerne zur Staatsreligion erheben darf.
10 p 


Schneewittchen
Perlen vor die Säue
Danse Macabre
Sängerin Marianne Iser ist die böse große Schwester die ich gerne hätte. Sie hat Dreck und Wut und Lust in der Stimme. Was und wie sie singt klingt auf eine altmodisch musikalische Weise echt und wahr. Dabei ist sie nicht einfach nur Sängerin, sie ist viel mehr als eine Interpretin. Irgendwie glaubt man nicht dass sie einem nur was vorsingt. Man fühlt sich von ihr ins Herz getroffen. Sie hat Wut und Dreck in der Stimme, ohne das sie laut oder obszön werden muss. Diese Inbrunst und diese Kraft in der Stimme, beinhalten dabei eine Empfindsamkeit und eine Zärtlichkeit die ich bei anderen Sängerinnen nicht mehr finde. Schneewittchen schaffen das, was keine andere Band heute noch wirklich schafft. Frau Iser und Herr Duda bilden eine Einheit aus Musik, Text und Gesang den es in Deutschland eigentlich nicht mehr gibt. Auch wenn manch einer gerne Vergleiche zu Rosenstolz zieht - falsch! Schneewittchen sind eben völlig anders und ganz und gar eigen: So eigenständig wie eigenartig und eigentümlich . Da ist eine Verwandschaft zu Rosenstolz, weil beide Gruppen deutsch singen und grandisoe Musik verantwort: aber es klingt völlig unverwandt. Musikalisch ist alles perfekt auf die Stimmungen der Texte ausgerichtet. Alles klingt wie aus einem Guss. Großartig, grandios, ohne Gleichen. Ein Traum von Musik. Ebenso gelungen die Videos der Band. Schaut unbedingt auf deren myspace vorbei. 
10 P 


Trinacria
Travel Now Journey Infinitely
Soulfood
Innovativste norwegische Band steht im Info. Das Trinacria ausserdem ursprünglich eine Auftragsarbeit für das Rikskonsertene (norwegisches Konzertinstitut zur Verbreitung hochwertiger Musik) war. Schaut man sich die einzelnen Mitstreiter an, so liegen so großspurige Infos nicht unbedingt fern der Realität. Die Band setzt sich aus Mitgliedern von Enslaved, Fe-mail und weiteren Hochkarätern zusammen. Enstanden ist ein Konzeptalbum das hochmusikalisch klingt und dabei keineswegs auf Eingängigkeit und Harmonie verzichtet. Aber auch nicht auf die harten Elemente die man von diesen Herren erwartet. Das Intro zieht sich ein wenig in die Länge, baut eine düstere und unheilvolle Atmosphäre auf. Weiter geht es mit Doublebass-Attacken und melodiösen Gitarrenriffs. Auch dieses zweite Stück baut sich langsam zu etwas hymnischen auf. Ab Stüc Nr.3 geht es dann endlich zur Sache. Harte Riffs und beste Black Metall gesang treiben das Album voran.Make No Mistake ist bis hierhin mein klarer Favorit. So darf es weiter gehen. Leider wird es mit Endless Road wieder etwas ruhiger. Auch der Part V des Konzeptalbums ist eher episch und hymnisch gehalten. Das vorletzte Stück knallt dann wieder ganz gut und den Abschluss bildet ein Stück das weder Fisch noch Fleisch ist. Allgemein ist das Album etwas zu langatmig geworden und mir kracht und knallt das hier zu wenig. Musikalisch ist das ein Top Werk, die Musiker sind erkennbar großartige Instrumentalisten. Aber es trifft leider nur mein Hirn und weniger meinen Bauch.
7 P 



The Dresden Dolls
No, Virginia
Roadrunner
Amanda Palmer und Brian Viglione sind absolute Ausnahmekünstler, in jedem erdenklichen positiven Sinne. Das haben u.a. auch Nine Inch Nails erkannt und haben die Gruppe aus Boston als support verpflichtet. Das neue Werk knüpft an altbekannte Qualitäten der Gruppe an. Musik die wie aus einer anderen Zeit ins heute einbricht. Die Desden Dolls schaffen es mühelos ultramodern zu klingen und dabei sind sie offenbar aus den Varietes und Cabarets der alten zeit ausgebrochen um sich in unsere zeit hinein zu beamen. Aber sie klingen nicht aufgesetzt, nicht verkünstelt und nirgendwo verkopft. Man spürt mit wieviel Herz und Bauch sie diese Musik komponieren und genau so tragen sie das dann auch vor. Es ist Lebensfreude pur gepaart mit Musikalität und Verspieltheit. Aber die sanften und melancholischen Momente fehlen auch nicht. The Mouse and The Model ist so ein Stück. Spärlich und zurückhaltend instrumentiert wird das Stück von Amanda Palmers Stimme getragen. Ein stück das sich langsam aufbaut musikalisch breiter angelegt wird - je länger es dauert. Auch hier wirkt der Vortrag höchst künstlerisch aber nie aufgesetzt und immer echt und wahr. Düstere traurige Songs wie The Gardener sind etwas ungewohnt für die DD, aber es ist erfrischend zu sehen wie variabel und eigensinnig dieses Duo ist. Sie wagen es Stücke in einer Großartigkeit und Wunderlichkeit vorzutragen, das man jedesmal erstaunt und erfreut ist. Das die Dolls ihren ganz eigenen Humor mitbringen wird schon an Titeln wie "Lonesome Organist Rapes Page-Turner". Wie kommt man auf die Idee ein Stück so zu benennen? Wie auch immer, dieses Stück ist nur ein Glanzstück von vielen. Aber es hat zugleich große Ohrwurmqualitäten und es ist wunderbar leicht und treibend und tanzbar. Ein Cover ist mit Pretty In Pink von den Psychedelic Furs auf der CD enthalten. aber ich mag die eigenen Stücke der Dresden Dolls doch lieber. Wenn sie sich selbst entdecken können und nicht in ein fremdes Korsett gezwängt werden. da fehlt mir dann das anarchische und / oder zerbrechliche. So wie in The Kill oder in The Sheep Song, da sind dann wieder die hämmernden oder auch perlenden Pianoklänge die ich an den DD so mag. Dazu das zerbrechlich anarchische das Amanda Palmer in die Songs einbringt. Man fühlt sich mitgenommen, aber man wartet auch auf die Tempiwechsel. Auf die mitunter verqueren Einfälle, die etwas unerwartetes und verspieltes in diese Musik einbringen. Die Dresden Dolls entdecken ihre Musik, als würden sie diese wie kleine Kinder spielerisch zusammensetzen. Ohne dabei in den Zwängen von dem gefangen zu sein was andere Musiker, Harmonielehrer etc pp einem vorgeben wollen. Die Dresden Dolls sind niemals infantil und sie sind hochmusikalisch. Aber sie brechen gerne in neue Welten und Klänge vor. Die sie seltsamer Weise auf den alten Instrumenten Schalgzeug, Piano und Gitarre ersinnen. Sie sind im beherzte Revolutionäre, Ton-Anarchisten und sie leben und lieben ihre Musik ganz offensichtlich. Kann man heute nicht mehr von vielen Musikern sagen. Leider..
10000 Punkte 



Wednesday 13
Skeletons
DR2 Records
Knallt wie üblich ganz gut rein. Manson meets NIN, ohne dabei sonderlich kreativ oder originell zu sein. Goth-Industrial-Metall in der heute typischen Manier. Wie gesagt, nicht überaus originell - aber gut gemacht. Die Musik reisst mit, aber das Vorbild Manson ist an jeder zweiten Note zu erkennen. Wobei ich Wednesday 13 weit mehr abgewinnen kann als Tante Manson. Es klingt weniger aufgesetzt und die Stücke sind variabler als bei Manson. Die Gitarren klingen ansprechender und die Musiker dürfen zeigen was sie drauf haben. Auch ein Unterschied zu Manson. Nichts destotrotz ist W13 eben nur eine der Formationen die Manson und NIN kopieren. Wobei keiner, weder Manson noch W13 an Trent Raznor heranreichen. Mir persönlich klingen die Unzähligen NIN Epigonen zu gleichförmig und das ewig gleiche Bad Boy Image ist nicht wenig ermüdend. Rein musikalisch ist das natürlich leicht konsumierbare typisch neuzeitige Rockmusik in US-Manier. Nicht schlecht und handwerklich durchaus gut gemacht. Aber es klingt zu sehr nach den großen Vorbildern und manchmal sogar zu sehr nach Rammstein. Das höre ich durchaus gerne, aber ich mag die Originale dann doch lieber. Ach ja, und Leute die immer und überall ihren parental Advisory Sticker draufpappen finde ich eh durchschaubar und lächerlich. Vor allem wenn man das auf deutsche VÖ draufmalt. Hallo ich bin gefährlich - also kauf mich...
6 P






Ahhh, wunderschön. Der gute Sam Rosenthal von Projekt hat hier eine Perle zusammengestellt. Eine eigentlich unamerikanische Kompilation. Wirft man doch den Amis immer gern vor das sie nicht über den eigenen Tellerrand schauen. Es klingt, als hätten einige Diven der 20er Jahre einen Ausflug in die dunkel melancholisch kratzigen Ecken der Jetztzeit unternommen. Angefangen mit den hinreißenden Dresden Dolls, kann man hier einige schöne Perlen vorfinden, die man in dieser Zeit nicht erwarten würde.. Gruppen wie Revue Noir (zum Sterben schöne Ballade) oder Katzenjammer Kabarett waren mir bisher unbekannt. Gleiches gilt für Jill Tracy oder Nicky Jane. Ausnahmslos stimmgewaltige Sängerinnen und Musiker die sich den akustischen Instrumenten verschrieben haben. Es klingt alles so unglaublich intensiv und gefühlvoll. Musik die bei mir von der ersten bis zur letzten Minute Gänsehaut erzeugt. Hohe Musikalität, eingängige, mal melancholisch traurig, mal wie aus dem Variete entsprungene Melodien. Und schöne Stimmen, das zeichnet diese CD aus. Musik zum weinen schön. Da wären zum Beispiel Pretty Balanced, eine Gruppe die es schafft eine zerbrechliche klare Musik zu erschaffen. Musik die etwas von der Zerbrechlichkeit und Verspieltheit der früheren Björk hat, etwas eingängiger vielleicht. Ich habe noch nie einen Sampler gehört der so durchgehend gelungen war. Eine Platte auf der sich unterschiedliche Künstler versammeln und die trotzdem ohne jeden Ausfall auskommt. Ein absoluter Pflichtkauf für jeden der ernsthaft an schöner Musik interessiert ist, die auch mal melancholisch und verträumt düster daherkommt. Das Booklet ist im Stil der Moder der 20er gehalten und allein die wunderschöne Gestaltung dieser CD ist den Kauf wert. Meisterwerk!
100000 Punkte Steff 


Aural Vampire
Vampire Ecstasy
Vampire Projekt Rec.
http://www.auralvampire.com/

 


Mal ganz davon abgesehen dass Exo Chika ein sehr hübsches Menschenkind ist, das allein reicht nicht aus um mich zu begeistern. Auch nicht der optische Eindruck von Raveman, Exo´s Counterpart. So süß wie Exo so böse sieht Raveman aus. Aural Vampire bewegen sich mit ihrer Musik im Umfeld von Industrial, Elektro, Synthwave und Gothic. Musik die in hohem Maße clubtauglich ist und damit tanzbar. Exo Chika singt sehr melodiös und zugleich sehr auf die Beats bezogen. Leider kann ich nicht alle Songtitel lesen, da sie teils nur auf japanisch im Booklet abgedruckt sind. Die Songs die ich lesen kann haben allesamt das zeug zu Klassikern. Ob nun Vampire Ecstasy oder Freeze oder die wirklich phänomenalen Stücke wie Repoman (krachig + stampfend), Preservative Woman oder PNFPN (beide auf der letzten Astan CD). Aural Vampire bewegen sich in ihrem Kosmos. Sie klingen mal verspielt und mal stampfend. Raveman versteht es ausgezeichnet harmonische Elektroperlen zu erschaffen und Exo Chika ergänzt diese Perlen mit ihrem sehr schönen Gesang. Interessanterweise passt der japanische Gesang hervorragend in die Stücke hinein und die teils bösartigen Sprachsamples in den Stücken verleihen der Musik weitere Würze. Kein Stück klingt wie das andere die ganze CD verbreitet von Anfang bis Ende großen Spaß beim zuhören. Elektronische Musik dieser Art ist für mich vollkommen neu. Das Glanzstück unter vielen Glanzlichtern ist ein wunderschöner Popsong: PNFPN. Dieses Stück rundet eine traumhaft schöne CD ab. Aural Vampire werden im Oktober auf Deutschlandtour sein. In Kürze wird es eine neue CD geben.
1000 P Steff

Schneewittchen
Keine Schmerzen
Danse Macabre

 


Böse Menschen würden hier gern den naheliegenden Vergleich zu Rosenstolz ziehen. Das ist nur insofern zulässig als dass wir es hier mit einen zweigeschlechtlichem Duo zu Tun haben, welches deutschsprachige Musik erstellt. Beide Gruppen gehen ihren eigenen Weg und der Weg von Schneewittchen ist ein impulsiver Weg der sich auf manchmal schmerzhafte Art mit dem Leben, der Lust und der Last am Leben beschäftigt. Musikalisch bewegen sich S. auf eingängig aber auch brachialen Pfaden. Unglaublich ist das Stimmvolumen der Sängerin. Die Dame ist sehr variabel in ihren Möglichkeiten und sie lebt ihre Texte mit ihrer Stimme. Das Video auf dieser Cd ist der einzige Schwachpunkt – da mir hier zu viele Klischees bedient werden und mich die Machart überhaupt nicht anspricht. Ganz anders ist das mit dieser Musik und den Konzerten der Gruppe. Schneewittchen sind eine Ausnahmeerscheinung die sich nicht in gängige Kategorien pressen lässt. Mehr davon…
9 P Steff